Warum PageRank für SEO noch immer entscheidend ist
Viele SEOs glauben, PageRank sei ein veraltetes Konzept, weil Google den öffentlichen PageRank-Toolbar 2016 abgeschaltet hat. Das ist ein Missverständnis. Google hat mehrfach offiziell bestätigt, dass PageRank weiterhin ein zentraler Bestandteil des Ranking-Algorithmus ist. Was abgeschafft wurde, ist die öffentliche Anzeige des PageRank-Wertes – nicht das System selbst.
Für SEO-Praktiker hat PageRank zwei Dimensionen: den externen PageRank (Backlinks von anderen Domains) und den internen PageRank (Links innerhalb derselben Domain). Der externe PageRank ist der bekanntere der beiden – er ist die Grundlage des klassischen Linkbuildings. Der interne PageRank ist weniger bekannt, aber mindestens genauso wichtig: Er bestimmt, welche Seiten auf deiner eigenen Domain bevorzugt gecrawlt, indexiert und gerankt werden.
- PageRank ist nach wie vor aktives Ranking-Signal bei Google
- Interner PageRank bestimmt, welche Seiten deiner Domain mehr Rankingkraft erhalten
- Du kannst internen PageRank durch gezielte interne Verlinkung beeinflussen
- Externer PageRank kommt von Backlinks – interner PageRank ist vollständig selbst steuerbar
Grundlagen: Wie der PageRank-Algorithmus funktioniert
Der PageRank-Algorithmus berechnet die Wichtigkeit einer Webseite basierend auf der Anzahl und Qualität der eingehenden Links. Die Kernidee ist das Konzept des „Random Surfer": Stell dir vor, ein Nutzer öffnet eine zufällige Webseite und klickt dann immer wieder auf zufällige Links. Die Seite, auf der er sich am häufigsten befindet, hat den höchsten PageRank.
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Interne Link-Equity in 30 Sekunden sehen →Die vereinfachte PageRank-Formel lautet: PR(A) = (1-d) + d × Summe(PR(T) / C(T)) – wobei d der Dämpfungsfaktor ist (typischerweise 0,85), T die verlinkenden Seiten sind und C(T) die Anzahl der ausgehenden Links einer verlinkenden Seite. Das bedeutet: Eine Seite gibt ihren PageRank gleichmäßig auf alle ausgehenden Links auf. Je mehr Links eine Seite hat, desto weniger PageRank erhält jeder einzelne Link. Je höher der PageRank der verlinkenden Seite, desto mehr PageRank bekommt die verlinkte Seite.
Der Dämpfungsfaktor (0,85) berücksichtigt, dass ein Nutzer nicht unendlich klickt, sondern mit einer Wahrscheinlichkeit von 15 % auf eine neue zufällige Seite springt. Dieser Faktor verhindert, dass PageRank endlos akkumuliert wird, und stellt sicher, dass das System einen stabilen Gleichgewichtszustand erreicht.
Interner PageRank: Das unterschätzte Werkzeug
Während externer PageRank durch Backlinks von anderen Domains entsteht, wird interner PageRank durch die Verlinkungsstruktur innerhalb deiner eigenen Website erzeugt. Jede Seite auf deiner Domain, die intern verlinkt wird, erhält einen Anteil des internen PageRanks. Die Startseite hat in der Regel den höchsten internen PageRank, weil sie von fast allen anderen Seiten (Navigation, Footer) verlinkt wird.
Der entscheidende Punkt: Du kannst internen PageRank vollständig selbst steuern. Durch gezielte interne Verlinkung kannst du den Equity-Fluss auf deine strategisch wichtigsten Seiten lenken – ohne Abhängigkeit von externen Partnern, ohne Budget für Linkbuilding und ohne Wartezeit. Das macht interne Verlinkung zu einem der effektivsten SEO-Hebel, den du hast.
Schritt-für-Schritt: Internen PageRank analysieren und optimieren
Schritt 1: Internen PageRank messen
Um den internen PageRank zu analysieren, benötigst du zunächst einen vollständigen Crawl deiner Website. Tools wie Screaming Frog crawlen deine Domain und exportieren alle internen Links als CSV. Diese Daten enthalten für jede URL alle eingehenden und ausgehenden Links – die Grundlage für die PageRank-Berechnung.
Importiere den Crawl-Export in LinkJuice. Das Tool berechnet automatisch den internen PageRank jeder URL auf Basis der Linkstruktur. Du erhältst eine sortierte Liste aller Seiten nach ihrem internen PageRank-Wert – und siehst sofort, ob die Verteilung deiner SEO-Strategie entspricht.
Schritt 2: PageRank-Verteilung bewerten
Eine gesunde PageRank-Verteilung für eine typische Website sieht so aus: Die Startseite hat den höchsten Wert. Wichtige Kategorieseiten und Pillar Pages folgen. Produktseiten, Blog-Artikel und Unterseiten haben niedrigere Werte. Problematisch ist eine Verteilung, bei der wichtige Rankingziele – zum Beispiel hochvolumige Kategorieseiten oder strategische Landingpages – weniger internen PageRank erhalten als untergeordnete oder irrelevante Seiten.
Schritt 3: PageRank gezielt umleiten
Identifiziere Seiten, die zu viel internen PageRank erhalten, ohne es zu „brauchen" – zum Beispiel Datenschutz-, Impressum- oder Karriereseiten, die über Navigation überall verlinkt sind. Und identifiziere Seiten, die zu wenig erhalten, obwohl sie strategisch wichtig sind. Leite dann PageRank durch gezielte interne Links von gut verlinkten Seiten auf die Prioritätsseiten um. Konkret: Füge kontextuelle Links in deinen Top-Seiten ein, die auf die unterversorgten Prioritätsseiten verweisen.
Best Practices und wichtige Konzepte
Ein häufig missverstandenes Konzept ist PageRank Sculpting – die veraltete Praxis, nofollow auf interne Links zu setzen, um PageRank zu konzentrieren. Seit Googles Update von 2009 ist diese Technik unwirksam: nofollow-Links verlieren die Equity, statt sie umzuleiten. Interne Links sollten grundsätzlich dofollow sein. Die einzige Ausnahme sind Seiten, die du aktiv aus dem Crawl-Pfad ausschließen möchtest, wie Login-Bereiche oder Suchergebnis-URLs.
Ein weiteres wichtiges Konzept ist die Linkanzahl pro Seite. Je mehr Links eine Seite hat, desto weniger PageRank erhält jeder einzelne Link. Eine Seite mit 10 ausgehenden Links gibt pro Link 10-mal mehr PageRank weiter als eine Seite mit 100 Links. Das bedeutet: Setze interne Links auf deinen hochrangigen Seiten gezielt und sparsam – nicht massenhaft auf alles Mögliche.
- Interne Links immer dofollow – PageRank Sculpting durch nofollow ist seit 2009 wirkungslos
- Linkanzahl pro Seite begrenzen: weniger Links = mehr PageRank pro Link
- Startseite und Pillar Pages sind natürliche PageRank-Quellen – von dort auf Prioritätsseiten verlinken
- Monatliche PageRank-Analyse, um Veränderungen durch neue Seiten oder Linkänderungen zu erkennen
PageRank und externe Links: Das Zusammenspiel
Externer PageRank von Backlinks und interner PageRank sind zwei sich ergänzende Systeme. Externer PageRank fließt zunächst auf die Seiten, die externe Backlinks erhalten. Von dort verteilt er sich über interne Links auf andere Seiten der Domain. Das bedeutet: Die Seite, die den Backlink erhält, ist nicht zwingend die Seite, die den meisten Nutzen daraus zieht – wenn die interne Verlinkungsstruktur den Equity-Fluss weiterleitet.
Diese Erkenntnis hat eine wichtige praktische Konsequenz: Wenn du Backlinks auf deine Startseite oder einen populären Blog-Artikel erhältst, solltest du sicherstellen, dass von diesen Seiten starke interne Links auf deine wichtigsten Rankingziele führen. So nutzt du den eingehenden externen PageRank maximal.
Fazit und nächste Schritte
PageRank ist kein veraltetes Konzept aus den frühen 2000er-Jahren – er ist der Grundpfeiler des Google-Algorithmus und für jede SEO-Strategie fundamental. Der interne PageRank ist dabei der Teil, den du vollständig selbst kontrollierst. Keine Abhängigkeit von externen Partnern, kein Budget für Linkbuilding – nur eine durchdachte interne Verlinkungsstruktur.
Starte mit einem vollständigen Crawl und importiere die Daten in LinkJuice. Analysiere die PageRank-Verteilung und identifiziere die drei größten Diskrepanzen zwischen Seiten, die viel PageRank erhalten, und Seiten, die viel brauchen. Setze gezielte interne Links, um diese Lücken zu schließen. Wiederhole den Prozess monatlich.
- Vollständigen Crawl erstellen und in LinkJuice importieren
- PageRank-Verteilung analysieren: Wo sind die größten Lücken?
- Gezielte interne Links von Top-Seiten auf Prioritätsseiten setzen
- Monatliche Kontrolle: PageRank-Verteilung nach neuen Seiten und Link-Änderungen prüfen
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Internen PageRank deiner Website visualisieren
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